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Unverantwortliche Einsparungspolitik im Sozialbereich fuehrt zur Verschuldung

Unverantwortliche politische Entscheidungen sollten nicht 1:1 an Betroffene weitergegeben, sondern die Folgekonsequenzen an die Verantwortlichen rückgespiegelt werden.

Bereits seit 2,5 Jahren kämpft Margit Picher, Initiatorin und GF Obfrau des Patchwork-Familien-Service - aufgrund von massiven Förderkürzungen  - wie eine Löwin- um den Erhalt des bundesweit tätigen Vereins, der Familien im Wandel, Alleinerziehende, Besuchselternteile und Patchworkfamilien mit einem umfassenden Elternbildungs-und Coachingangebot begleitet.

„ Wenn es nach der derzeitig unverantwortlich handelnden Frauen-und Familienpolitik ginge, hätten wir den Verein  trotz einer Versiebenfachung der Bedarfsnachfrage - letztes Jahr bereits schließen müssen !“ sagt Picher als Vereinsinitiatorin empört.

Rund 3000 Familien wurden seit 2002 betreut. Tendenz steigend! Um die Schließung zu verhindern, rief Picher 2009  eine Petition für Familien im Wandel gegen Förderkürzungen ins Leben, die von zahlreichen Institutionen( Unabhängige Frauenbeauftragte Stadt Graz, ArbeiterkammerrätInnen der Steir. AK, eh. SPÖ Stadtparteichef Dr. Wolfgang Riedler, Landtagsabgeordnete (Grüne und KPÖ), Mitglieder der steir. Frauenbewegung (ÖVP), ÖPA, Kath. Reformierte Kirche , ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus etc.) , Prominenten Persönlichkeiten und KünstlerInnen  ( Prof. Dr.in Gerti Senger, Barbara van Melle, Luttenberger & Klug, Jörg Martin Willnauer etc.) und der Mutbürgeraktivistin und Autorin des Buches "Ende des Gehorsams" Journalistin Dr.Anneliese Rohrer unterstützt wurde, organisierte mit ihrem Team Benefizveranstaltungen (Sommeropenair-Benefizkonzert, Kunstwerk-Onlineversteigerung), richtete einen offenen Brief an alle verantwortlichen PolitikerInnen von Stadt, Land und Bund und startete damals eine Medienoffensive. Ergebnis gleich Null !

„Von den zuständigen PolitikerInnen und deren ReferentInnen wurden primär Unzuständigkeitserklärungen gemacht, Verantwortungen abgeschoben und wir im Kreis geschickt!“ ist Picher enttäuscht und empört über die Ignoranz der Politik. Sowohl vom Familienressort des Landes Steiermark (SPÖ) als auch vom Frauenministerium (SPÖ) gab es lediglich Empfehlungen uns um eine Förderung als Familienberatungsstelle beim BMWFJ zu bemühen - wissentlich, dass dieser Fördertopf leer ist. Viele Vereine mussten bis zu 7 Jahren warten, um eine Förderung zu bekommen. Daher haben wir unser Portfolio verändert, bieten nun Patchwork-Coaching auch für MitarbeiterInnen von familienfreundliche Unternehmen an.

LH Voves (SPÖ) versprach vor der Wahl auch künftig die Leistungen der steir. Vereine zu honorieren und keinesfalls zu kürzen!! (siehe ORF-Beitrag: steiermark.orf.at/stories/226896/) Ergebnis: LH Voves sprang lediglich bis letztes Jahr mit einer kleinen Summe ein, als er an sein Versprechen erinnert wurde und das Familienressort des Landes Stmk. (SPÖ) hat unsere ursprüngliche Förderung von 20.000 Euro letztes Jahr auf 8.300 Euro reduziert, eine komplette Streichung angekündigt und inzwischen auch durchgeführt.

Von der neuen Frauenstadträtin Drin Martina Schröck (SPÖ) haben wir mittlerweile eine Absage der ohnehin geringen Fördersumme - erstmals in der Geschichte seit unserer Vereinsgründung 2002 - erhalten. Wo ist bloß das "soziale Gewissen" der SPÖ geblieben? Das fragen sich viele Menschen in diesem Lande!

Ebenso haben wir von Sozialminister R.Hundstorfer (SPÖ) eine Förderabsage für unser Outdoortraining zur Förderung der Beziehungsqualität von getrennten Elternteilen und deren Kinder erhalten, ( das vorallem für geschiedene Väter enorm wichtig ist, um den Kontakt zu den Kindern zu unterstützen), sodaß das Honorar des durchführenden Kooperationspartners nicht beglichen werden konnte.

Auch das Familienressort der Stadt Graz (ÖVP) fördert unseren Verein gerade so gering, dass es zuwenig um zu leben und zuviel zum Sterben ist. Wir arbeiten nur mit einem Drittel dessen, das wir bräuchten !!!  

Unsere Kürzungen seit 2009 haben nichts mit Einsparungen zutun, sondern sind eine Antwort darauf, dass wir uns nicht für Parteipolitik instrumentalisieren lassen und sich nur unseren Zielgruppen gegenüber verpflichtet fühlen und uns dementsprechend inhaltlich zu tagespolitischen Themen, die unsere Zielgruppen betreffen einschalten.
Die vielzitierten Einsparungsargumente  sind unglaubwürdig, zumal immer genug Geld für Eigen-PR, Parteifinanzierungen, Eventpolitik und parteinahe Prestigeprojekte vorhanden ist.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) lobte in der ORF-Sendung Konkret am 4. 3.2011 unsere Arbeit in höchsten Tönen: „Das Patchwork-Familien-Service leistet ausgezeichnete Arbeit!“ und versprach vor laufender Kamera uns zu helfen. Von der im TV berichteten  Kontaktaufnahme ihrer MitarbeiterInnen war uns nichts bekannt. Als wir selbst Kontakt aufgenommen haben, wurden die Versprechungen wieder  "rhetorisch revidiert" und unsere bundesweite Arbeit ist dem Frauenministerium nur 5000 Euro wert. Ungleiche Bezahlung wird zwar in der Wirtschaft kritisiert, aber in Kauf genommen, dass Frauen unzählige Stunden unbezahlte Arbeit leisten, um soziale Vereine aufrecht zu erhalten.

Lange Zeit wurde uns ein persönlicher Termin bei der zuständigen Familienlandesrätin Mag.a Elisabeth Grossmann und ihrer Vorgängerin (SPÖ) aufgrund von massiver Förderkürzungen und einer angekündigten Förderstreichung verweigert, obwohl jede/r BürgerIn ein Recht dazu hätte. Nach einer 2 jährigen (!) Wartezeit wurde nun unser Verhandlungtermin am selben Tag, als wir bereits auf dem Weg zum Termin waren kurzfristig abgesagt und nun ein Alternativtermin gegeben. Unglaublich wie mit VereinsvertreterInnen einer so wichtigen und großen Zielgruppe umgegangen wird.

Gemeinnützige FördernehmerInnen sind keine BittstellerInnen, sondern PartnerInnen, die einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten und brauchen verlässliche FörderpartnerInnen! Dieser Spießrutenlauf ist nur noch als skandalös zu bezeichnen!

Das Familienressort des Landes Stmk. (SPÖ) hat uns in der letzten Förderverhandlung eine Absage erteilt und zum wiederholten male an den Bund verwiesen. Somit fehlen uns 20.000 Euro, der ohnehin nur einen Teil der Ausgaben abdecken konnte und überlebensnotwendig wäre.  Wenn eine Verhandlung bereits eröffnet wird mit den Worten, dass es keine Förderzusage geben wird, zeigt das sehr deutlich, dass keine Verhandlungsbereitschaft gegeben war und diese Entscheidung bereits im Vorfeld getroffen wurde.

Nächstes Jahr haben wir unser 10 jähriges Jubiläum und wir werden es nicht zulassen, dass unser bundesweit einzigartiges Hilfsangebot und unsere  langjährige Aufbauarbeit verschleudert wird!

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die zuständigen Ressorts bereits untereinander abgesprochen haben, um mit Aussitzen, Unzuständigkeitserklärungen und Zermürbungstaktiken zu erreichen, dass unbequeme, sozial engagierte ExpertInnen ihren Rückzug antreten.

Diesen Gefallen werden wir der Politik allerdings nicht machen und werden so lange um den Erhalt unseres Vereinsangebotes kämpfen, bis die zuständige Politik endlich ihrem längst fälligen Teil der Verantwortung nachkommt.

Denn es kann nicht sein, dass dringend notwendige Vereine, die wichtige gesellschaftliche Arbeit leisten ausgehungert werden, "überparteiliches, soziales Engagement" bestraft wird, während sich die Parteien, die ohnehin im weltweiten Spitzenfeld (!) liegende Parteienförderungen dreisterweise auch noch VERDOPPELN!

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Mittlerweile kämpfen wir seit über 3 Jahren um die finanzielle Absicherung unseres Hilfsangebotes für "Familien im Wandel"!!

Am 18.Sept. 2012 haben wir unser hochkarätiges 10 Jahresjubiläum inkl. Symposium: "Die Zukunft der Familien?" mit vielen namhaften ReferentInnen und KünstlerInnen, die sich alle ohne Gage in den den Dienst der guten Sache gestellt haben, auf die Beine gestellt.

Hier gibt es einen Bericht mit vielen Fotos dazu:

http://www.info-graz.at/veranstaltungen-events/overview/33693/13671_patchwork-charity-zukunft-der-familien-im-wandel-betroffene-kinder-familie/page/3/

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Wir geben nicht auf! Auch 2013 gibt es wieder eine Benefizveranstaltung. SOMMER-OPENAIR-BENEFIZ-Literatur-Musik & Tanzabend u.a. mit Dancingstar Willi Gabalier am Fr,12. Juli 2013 ab 19 Uhr beim Höchwirt/Weinitzen.

Mehr Informationen siehe hier:  http://www.patchworkfamilien.at/angebot/termindetail.php?artid=89779&menuid=3

 

KURIER-Artikel
Kleine Zeitung-Artikel
Leserbrief Kleine Zeitung
Leserbrief Kleine Zeitung
Leserbrief Kleine Zeitung
Krone-Artikel-Ombudsfrau Barbara Stoeckl
Petitionsuebergabe-DerGrazer
Klipp-Artikel
Sinnvolles Sparen?
Siehe auch:
5 Minuten vor 12: Dokumentation
PETITIONSUEBERGABE an den Landtag
Vereinsrettung-Medienoffensive
Weiterf�hrende Informationen:
GF Obfrau M.Picher als Studiogast bei ORF-Im Zentrum
Offener Brief an LH Voves
Petition 2009